Das Konsortium
Acht Konsortialpartner aus Energiewirtschaft, Mobilität, IT und Forschung arbeiten im Rahmen von DataFleX gemeinsam am vernetzten Energiesystem von morgen.
Am Projekt beteiligt sind TenneT Germany (Konsortialführer), Avacon Netz, d-fine, die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE), die Forschungsgemeinschaft für elektrische Anlagen und Stromwirtschaft (FGH), Fraunhofer IEE, Fraunhofer FIT, Fraunhofer IAO, Fraunhofer IOSB-AST, Siemens und TransnetBW. Hinzu kommt eine Reihe assoziierter Partner aus den Bereichen Netzbetreiber, Energieversorgung, Mobilität, Wärme, Forschung und Technologie.
Gemeinsam entwickeln sie Lösungen, die die Integration bisher ungenutzter Flexibilitäten ermöglichen und neue Marktmodelle für eine dezentrale, digitale Energiewelt schaffen.
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Kurzprofil
TenneT ist ein führender europäischer Übertragungsnetzbetreiber. Das Unternehmen plant, baut, wartet und betreibt das Hoch- und Höchstspannungsnetz in den Niederlanden sowie in weiten Teilen Deutschlands.
Zielsetzung
TenneT möchte durch die sektorenübergreifende Vernetzung von Datenökosystemen dezentrale kleinteilige Flexibilitäten wie Elektrofahrzeuge, Heimspeicherbatterien und Wärmepumpen netzdienlich nutzbar machen. Ziel ist ein skalierbarer und sicherer Marktmechanismus, der die Integration, Steuerung und Vergütung dieser Flexibilitäten ermöglicht – für effizienteres Engpassmanagement und niedrigere Gesamtkosten.
Motivation
TenneT will steigende Anforderungen bei Netzengpässen bewältigen und die Energiewende aktiv unterstützen. Die Nutzung dezentraler kleinteiliger Flexibilitäten kann die Abhängigkeit von Großkraftwerken verringern, Netzkosten optimieren und zur Sicherung der Systemstabilität beitragen. Das Projekt ermöglicht Innovationen und schafft die Grundlage für standardisierte, zukunftsfähige Prozesse in einer datengetriebenen Energiewirtschaft.
Projektrolle
TenneT ist Konsortialführer des Projekts. Das Unternehmen übernimmt die Gesamtkoordination, die fachliche Projektleitung und stellt sowohl Know-how als auch Infrastruktur bereit. Zudem verantwortet TenneT die Konzeption, Pilotierung und Evaluation in der eigenen Regelzone, steuert die Kommunikation mit den Projektpartnern und sorgt für die Einhaltung technischer und regulatorischer Anforderungen.
Input
TenneT entwickelt und pilotiert marktnahe Abrufprozesse, konzipiert die Kopplung und Interoperabilität von Datenökosystemen, gestaltet das Marktdesign und Monitoring, definiert die regulatorischen Anforderungen und leitet die Umsetzung von Praxistests. Darüber hinaus bringt TenneT bestehende Plattformen, Studien und sein Netzwerk ein, evaluiert die Ergebnisse und leitet daraus konkrete Handlungsempfehlungen ab.
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Kurzprofil
Avacon ist einer der größten regionalen Netzbetreiber und Energieversorger Deutschlands und ein Tochterunternehmen von E.ON. Das Unternehmen versteht sich als Partner für regionale Energielösungen in den Bereichen Strom, Gas, Wasser, Wärme, Kälte, Mobilität und Beleuchtung. Mit seinen intelligenten Energienetzen versorgt Avacon zuverlässig mehr als eine Million Kunden mit Energie. Das Versorgungsgebiet reicht von der Nordseeküste bis Südhessen sowie von der niederländischen Grenze bis nach Sachsen-Anhalt.
Zielsetzung
Im Projekt DataFleX setzt Avacon erstmals eine großskalige Pilotierung des marktorientierten Redispatch 3.0 in die Praxis um und integriert ein Engpassmanagement-Tool für die Niederspannung in sein Netz. Dafür nutzt Avacon seine smarte Modellregion Lüneburg. So trägt das Unternehmen zu einem neuen Marktdesign bei, das dezentrale kleinteilige Flexibilitäten in der gesamten Prozesskette integriert.
Motivation
Avacon will sicherstellen, dass die Energiewende für alle bezahlbar bleibt. Flexible Tarife können Kunden finanziell entlasten. Gleichzeitig ermöglicht das sogenannte Flexband Avacon als Netzbetreiber, den Netzausbau an die tatsächlichen Gegebenheiten anzupassen.
Projektrolle
Als Konsortialpartner beteiligt sich Avacon an der Ausgestaltung des Marktdesigns sowie an der Verknüpfung der beteiligten Datenökosysteme. Zudem erprobt das Unternehmen die praktische Umsetzung in einer Modellregion, um Erfolgsfaktoren und mögliche Hemmnisse zu identifizieren.
Input
Avacon bringt erstklassige Expertise in energiewirtschaftlichen Prozessen sowie eine moderne und smarte Infrastruktur in das Projekt ein. Darüber hinaus unterstützt Avacon die Etablierung des Flexbandes als Engpassmanagement-Tool zur Sicherstellung der Netzstabilität.
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Kurzprofil
d-fine ist ein europäisches Beratungsunternehmen mit Fokus auf analytische und quantitative Herausforderungen sowie auf die Entwicklung nachhaltiger technologischer Lösungen. Die Kombination aus über 1.500 naturwissenschaftlich geprägten Mitarbeitenden und langjähriger Praxiserfahrung ermöglicht passgenaue, effiziente und nachhaltige Umsetzungen. Davon profitieren über 500 Kunden aus allen Wirtschaftsbereichen und dem öffentlichen Sektor.
Zielsetzung
Im Rahmen von DataFleX verantwortet d-fine die IT-seitige Konzeption und Umsetzung des operativen Mechanismus zum Abruf von Flexibilitäten.
Motivation
Im Konsortium wird der Flexibilitäten-Abrufmechanismus gemeinsam entwickelt. Dabei bringt d-fine seine umfangreiche fachliche und technische Expertise ein und erprobt den Mechanismus in der Praxis. Darüber hinaus ergeben sich im Anschluss an das Projekt für alle Partner attraktive wirtschaftliche Verwertungsmöglichkeiten.
Projektrolle
d-fine übernimmt die Leitung mehrerer Unterarbeitspakete, sowohl in der technischen Spezifikation als auch der IT-seitigen Umsetzung.
Input
d-fine bringt tiefgreifende energiemarktseitige Expertise sowie umfangreiche Erfahrung in der Umsetzung komplexer IT-Vorhaben mittels neuer und etablierter Technologien in das Projekt ein.
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Kurzprofil
Die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) ist ein gemeinnütziger Verein und seit über 75 Jahren eine zentrale Institution der Energieforschung in Deutschland. Ein interdisziplinäres Team aus über 70 Expertinnen und Experten arbeitet praxisnah an aktuellen und zukunftsrelevanten Fragen der Energietechnik und Energiewirtschaft. Im Fokus stehen dabei die Herausforderungen der Energiewende und die Entwicklung zukunftsfähiger Energiesysteme.
Zielsetzung
Im Projekt entwickelt die FfE Konzepte zur Kopplung bestehender Datenökosysteme und erarbeitet ein Marktdesign für Redispatch 3.0, das dezentrale kleinteilige Flexibilitäten integriert, strategisches Gebotsverhalten minimiert und durch Monitoring sowie Netzzustandsprognosen eine sichere Netzbetreiberkoordination ermöglicht.
Motivation
Steigende Kosten für Engpassmanagement und wegfallende fossile Kapazitäten erfordern eine effiziente Nutzung dezentraler kleinteiliger Flexibilitäten. Die neu entwickelten marktbasierten Ansätze und digitalen Lösungen sollen diese dezentralen Potenziale erschließen und die Energiewende kosteneffizient vorantreiben.
Projektrolle
Als wissenschaftlicher Partner übernimmt die FfE die methodische Entwicklung der Anwendungsfälle sowie die Konzeption des Marktdesigns. Darüber hinaus erarbeitet sie Monitoring- und Prognosemodelle, koordiniert Workshops, führt Simulationen durch und bewertet die Nutzerakzeptanz im Rahmen eines Feldversuchs.
Input
Die FfE liefert zentrale Forschungsergebnisse für das Projekt. Dazu gehören ein robustes Marktdesign, Monitoringstrategien zur Erkennung strategischen Bieterverhaltens, Machine-Learning-Modelle für Netzzustandsprognosen sowie Handlungsempfehlungen für Betreibermodelle. Damit schafft die FfE die Grundlage für eine skalierbare Integration von dezentralen kleinteiligen Flexibilitäten.
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Kurzprofil
Die Forschungsgemeinschaft für elektrische Anlagen und Stromwirtschaft (FGH) ist ein anerkannter Wegbereiter und Umsetzer von energietechnischen Zukunftsthemen in enger Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedsunternehmen, Kunden und Partnern – und dies seit über 100 Jahren. Die FGH gestaltet die erfolgreiche Transformation der Stromnetze im Rahmen der Energiewende aktiv mit. Mit Forschungsprojekten, Softwaretools zur Netzberechnung, Störungsauswertung und Redispatch-Optimierung sowie umfassenden Netz- und Systemstudien unterstützt sie wirkungsvoll und effizient die Arbeit deutscher und europäischer Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber.
Zielsetzung
Die FGH möchte die Integration der entwickelten Datenökosysteme und Marktkonzepte in die bestehenden operativen Engpassmanagement-Prozesse der Übertragungsnetzbetreiber sicherstellen.
Motivation
Im Projekt DataFleX sollen erste Schnittstellen zu den zukünftig abzubildenden Flexibilitäten in den von den Übertragungsnetzbetreibern operativ genutzten Software-Werkzeugen erprobt werden. Auf dieser Basis lassen sich Erfolgsfaktoren und Hemmnisse für einen späteren Einsatz im regulären Betrieb ableiten.
Projektrolle
Für die Pilotphase entwickelt die FGH Methoden und Software-Werkzeuge, die durch Evaluationsrechnungen eine Bewertung der im Projekt entwickelnden Modelle erlauben.
Input
Die bestehende Optimierungssoftware wird so erweitert, dass dezentrale kleinteilige Flexibilitäten und Markteffekte abgebildet werden können. Auf dieser Basis lassen sich Flexibilitätsabrufe mit Hilfe von Evaluationsrechnungen hinsichtlich ihrer Netzdienlichkeit und ihres volkswirtschaftlichen Nutzens (durch mögliche Redispatch-Einsparungen) bewerten.
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Kurzprofil
Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die größte Organisation für angewandte Forschung in Europa und im Projekt mit folgenden Instituten und Themen vertreten:
• Fraunhofer IEE (Energiewirtschaft, Energieinformatik, Prognosen und Netzuntersuchungen)
• Fraunhofer FIT (Datenverifikation, Data Governance und ökonomische Bewertung)
• Fraunhofer IAO (Integration Elektromobilität und Reallabore)
• Fraunhofer IOSB-AST (Energiewirtschaft, Flexibilität, Interoperabilität und Datenökosysteme)Zielsetzung
Fraunhofer möchte die bestehenden Datenökosysteme des Energie- und Automobilsektors – energy data-X und Catena-X – koppeln und dezentrale kleinteilige Flexibilitäten in einen marktbasierten Redispatch 3.0 einbinden. Zudem werden datenbasierte Monitoring- und Mitigationskonzepte entwickelt, um strategischem Bieterverhalten entgegenzuwirken.
Motivation
Als Forschungsinstitut will Fraunhofer den Stand der Wissenschaft in der Praxis umsetzen, um dezentrale kleinteilige Flexibilitäten sicher, effizient und kostengünstig nutzbar zu machen. Dadurch sollen Netzengpässe sowie Systemkosten reduziert und dabei die Versorgungssicherheit erhöht werden. Zudem soll erstmals ein datenökosystemübergreifender Datenaustausch praktisch demonstriert werden.
Projektrolle
Fraunhofer verantwortet die Kopplung der Datenökosysteme sowie das Identitäts-, Zugriffsmanagement und die Datenverifikation. Zudem übernimmt Fraunhofer Aufgaben in der Flexibilitätsaggregation und im Marktdesign mit einem Schwerpunkt auf der Konzeption und Entwicklung eines Monitoringsystems.
Input
Fraunhofer bringt existierende Reallabore in den Bereichen Elektromobilität, Datenökosysteme und Plattformanbindung ein und erweitert diese um Forschungsinhalte und Innovationen aus dem Projekt für eine praxisnahe Umsetzung. Dabei fließen Erfahrungen aus Projekten wie energy data-X, FACTORY-X, LamA, BANULA, idFlexNetz, DEER, ID-Ideal, InDEED und Redispatch 3.0 ein. Zusätzlich wird eine Laborinstallation aufgebaut, um Kommunikations- und Steuerungsprozesse zu erproben.
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Kurzprofil
Die Siemens AG ist ein führendes Technologieunternehmen mit Fokus auf Industrie, Infrastruktur und Mobilität. Anspruch des Unternehmens ist es, Technologien zu entwickeln, die den Alltag für alle verbessern. Durch die Verbindung der realen mit der digitalen Welt unterstützt Siemens seine Kunden dabei, ihre digitale und nachhaltige Transformation zu beschleunigen. So werden Fabriken effizienter, Städte lebenswerter und der Verkehr nachhaltiger.
Zielsetzung
Das Gesamtziel von Siemens im Projekt adressiert die aktuellen Herausforderungen im Management der verfügbaren Netzkapazitäten. DataFleX ermöglicht durch die sektorenübergreifende Kopplung bestehender Datenökosysteme die Integration von dezentralen kleinteiligen Flexibilitäten in den Netzbetrieb. Das Projekt entwickelt die Blaupause für einen operativen Flexibilitätsmechanismus, der erstmals eine skalierbare Steuerung dieser Anlagen im Verteilnetz realisiert.
Motivation
Die wirtschaftliche Verwertung der Projektergebnisse eröffnet Siemens strategische Chancen zur Erweiterung seines Digitalisierungsportfolios. Der entwickelte föderierte Datenraum und das zugehörige Ökosystem lassen sich nahtlos in die Digitalisierungs- und Plattformstrategie Xcelerator von Siemens integrieren. Proprietäre Plattformen wie Electrification X, Gridscale X und Building X können in DataFleX eingebunden werden.
Projektrolle
Siemens übernimmt die Leitung des Arbeitspakets 2, das den Anwendungsfall zur Integration von dezentralen kleinteiligen Flexibilitäten im Rahmen der IT-Umsetzung realisiert.
Input
Siemens bringt sich als Technologielieferant für Gebäude, Infrastruktur und Stromnetze in das Projekt ein. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der wirtschaftlich-technischen Verwertung der Projektergebnisse.
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Kurzprofil
TransnetBW ist Übertragungsnetzbetreiber und sichert die Stromversorgung von rund elf Millionen Menschen in Baden-Württemberg und darüber hinaus. Das Unternehmen betreibt, wartet, optimiert und erweitert das Stromnetz bedarfsgerecht und schafft damit die Infrastruktur für die Energiewende. Das Netz erstreckt sich über eine Fläche von 34.600 Quadratkilometern und steht allen Akteuren des Strommarktes diskriminierungsfrei und zu marktgerechten Konditionen zur Verfügung.
Zielsetzung
Mit DataFleX wird TransnetBW die Integration dezentraler Flexibilitäten aus Elektrofahrzeugen, Heimspeichern und Wärmepumpen bis in das Übertragungsnetz vorantreiben und neue Potenziale für das Netzengpassmanagement erschließen. Dazu werden skalierbare technische Lösungen sowie das Marktdesign weiterentwickelt. Ziel ist es, die technische Machbarkeit nachzuweisen und Flexibilitätspotenziale netzdienlich zu nutzen – als Beitrag zur Versorgungssicherheit und zu einem effizienten zukünftigen Energiesystem.
Motivation
TransnetBW betreibt bereits erfolgreich Projekte, in denen dezentrale Flexibilitäten aus Elektrofahrzeugen, Wärmepumpen und PV-Heimspeichern systematisch in das Energiesystem integriert werden. Im Projekt DataFleX vernetzt TransnetBW bislang getrennte Datenökosysteme sektorenübergreifend und skaliert diesen Ansatz auf einen größeren Maßstab. Zum Einsatz kommen dabei etwa die unternehmenseigene Redispatch-Plattform DA/RE sowie automatisierte Datenaustauschprozesse zwischen Aggregatoren und Netzbetreibern. Ziel ist es, neue Potenziale für den Redispatch zu erschließen und so die Energiewende effizient zu unterstützen.
Projektrolle
Als Vollpartner verantwortet TransnetBW die großskalige Pilotierung in der Modellregion Baden-Württemberg. Dabei arbeitet das Unternehmen eng mit Verteilnetzbetreibern und Aggregatoren zusammen. Darüber hinaus bringt es seine Expertise in die Kopplung von Datenökosystemen sowie in die Weiterentwicklung des Marktdesigns ein.
Input
TransnetBW pilotiert die vollautomatisierte Ende-zu-Ende-Nutzung dezentraler Flexibilitäten für den Redispatch in der Modellregion Baden-Württemberg. Dafür werden bestehende Plattformen eingesetzt und rollierende, planwertbasierte Prozesse aus vorhergehenden Projekten und Studien weiterentwickelt. Zudem entwickelt TransnetBW ein skalierbares, passgenaues Marktdesign mit ergänzenden Monitoring-Methoden, arbeitet an Konzepten zur Interoperabilität von Datenökosystemen und führt einen Feldversuch für die Erprobung dezentraler Maschinenidentitäten (SSI) durch.